Die 4 Lebensschulen

In der psychologischen Handanalyse spricht man von den folgenden vier Lebensschulen:

 

 FRIEDENWEISHEITLIEBE und DIENEN.

 

Die vier Schulen korrespondieren mit den vier Themen der menschlichen Entwicklung, angefangen mit der Basis, sich im eigenen Körper sicher zu fühlen (Frieden) über die Entwicklung von Achtsamkeit und Intellekt (Weisheit) zum Erkennen des Herzens und der Empathie (Liebe) und schliesslich zu der Bereitschaft, anderen zu Diensten zu sein (Dienen).

 

Jeder Mensch ist in mindestens einer dieser vier Schulen zu Hause und ist aufgefordert, in den jeweiligen Bereichen zu wachsen. Keiner dieser vier Bereiche ist mehr oder weniger wichtig als die anderen Bereiche. Aber die Schule, die du besuchst, steht für den Bereich der Entwicklung, der deine ganz besondere Aufmerksamkeit verdient. Die gewählte Schule macht sich in jedem noch so kleinen Bereich deines Lebens bemerkbar - immer und überall.

 

Die Schule des Friedens

Das Thema der Schule des Friedens ist Sicherheit, sich im eigenen Körper und auf der Welt sicher und wohl fühlen. Diese Schule wird von ihren Schülern oft als ungemütlich empfunden. Wieso ungemütlich?

 

Die Friedensstudenten haben es oft mit Ängsten zu tun. Und die Auseinandersetzung mit diesen Ängsten ist der ideale Weg, um am Ende des Weges erfahrener als zu Beginn dazustehen. Sich seinen Ängsten zu stellen, erfordert Mut. Vor der Gefahr davonzurennen, ist eine Strategie, die der Schüler in der Friedensschule gerne wählt. Die andere Strategie ist die, vor Angst zu erstarren. Oftmals sind sie sehr angespannt oder fühlen sich innerlich getrieben. 

 

Für den Friedensschüler ist es enorm wichtig, immer wieder im Alltag innezuhalten und nachzuspüren, was sich auf der körperlichen Ebene grad zeigt. In der Schule des Friedens ist es ebenfalls wichtig, in seinem Körper anzukommen, sich wohl zu fühlen in seiner Haut.

 

Der Preis, der einem erwartet, wenn man sich seinen Ängsten gestellt hat, ist, dass man gestärkt und in sich ruhend wie ein Fels in der Brandung in seinem Leben angekommen ist.


Die Schule der Weisheit

Worum geht es in dieser Schule? Als Weisheitsschüler bist du aufgefordert, Einsicht durch Erfahrung zu gewinnen. Erfahrung ist in dieser Schule das Schlüsselwort. Du bist also aufgefordert, deinen Beobachterposten zu verlassen und in die Welt hinauszutreten, um deine Erfahrungen zu machen. Raus aus dem Labor und rein ins Leben. Auch hier gibt es, wie in der Schule des Dienens, eine paradoxe Komponente. In der Schule der Weisheit musst du nämlich lernen, nicht zu denken, wenn dich das Denken vom Sprung ins Leben, vom Sprung in den Erfahrungspool hindert. Denke nicht, sei mutig und spring!

 

Aber ist ein Wort, dass man bei den Weisheitsschülern sehr oft hört. Sie springen bei jeder Gelegenheit, die sich ihnen bietet, in den Kopf und bleiben dort. Das Risiko, mit dem die Schüler tagtäglich leben müssen, ist das Risiko des Sich-Exponierens. Auf dem Zaun zu sitzen und das Leben aus einer sicheren Distanz zu beobachten, ist risikolos. Darum sage ich es gerne noch einmal: das Zauberwort heisst in dieser Schule Erfahrung. Erfahre das Leben! Sei ein Teil davon, damit du, in der Meisterschaft angelangt, dein gelebtes Wissen und deine Weisheit teilen und weitergeben kannst. 


Die Schule der Liebe

Das Thema der Schule der Liebe ist das Herz, die Entwicklung in der Schule der Liebe ist emotionales Wachstum. In der Schule der Liebe entwickelt man die Fähigkeit, sich selbst und andere zu lieben, die eigenen Gefühle angemessen, das heisst, im richtigen Moment und in der richtigen Art zu formulieren und zu zeigen, ungeachtet der Erwartungen anderer. In der Schule der Liebe wird man darin geschult, Gefühle zu spüren, wahrzunehmen, zuzulassen, authentisch zu zeigen und zu leben.  Auf dem Weg zur Meisterschaft sollte man sich auf viele emotionale Berg- und Talfahrten gefasst machen.

 

Die eigene Gefühlswelt anschauen, ins Gleichgewicht bringen, auf die Emotionen achten, zu seiner Verletzlichkeit stehen können, emotional echt sein. Das alles gehört zu den Aufgaben, mit denen man in der Schule der Liebe tagtäglich konfrontiert wird. Last but not least gehört hier auch die Selbstliebe dazu. Selbstliebe ist die Annahme seiner selbst, ist die Liebe zu sich selbst. Selbstliebe hat auch mit Selbstachtung zu tun.

 

Auf dem Weg vom Schüler zum Meister in der Schule der Liebe ist mit emotionalen Höhen und Tiefen zu rechnen. Diese Berg- und Talfahrten dienen dazu, sich und seinen Gefühlen näher zu kommen, sein Herz zu spüren, sich zu öffnen und auszudrücken, was man fühlt. Sei sanft oder kantig, aber lasse es irgendwie raus und lerne dadurch etwas über deine ganz persönliche Form des ehrlichen emotionalen Ausdrucks.


Die Schule des Dienens

Anderen zu helfen kann bewirken, dass sich ein Mensch gut fühlt. Es ist ein Aspekt des Menschseins, ein Aspekt von menschlich sein. Die Gewissheit, diese Welt oder zumindest die Welt eines einzelnen Menschen verbessern zu können, gibt den Schülern in der Schule des Dienens das befriedigende Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Es ist für die 'Diener' ein zentrales Thema. Es ist aber auch ein paradoxes Thema. Wieso paradox?

 

Bevor das Dienen seinen vorhergesehenen Platz in deinem Leben einnehmen kann, musst du gewisse Erfahrungen machen. Erfahrungen, die auf den ersten Blick nichts mit Dienen per se zu tun haben. Es ist nämlich eine Sache, die Idee des Dienens zu verstehen, aber eine völlig andere, mit Freude zu dienen. 

 

Auf dem Weg zu einem dienenden Bewusstsein solltest du dich vorerst mit zwei Aspekten deiner selbst vertraut machen: mit deiner selbst bezogenen Seite und mit deiner an Aufopferung grenzenden Seite. Paradox ist die Schule des Dienens, weil du auf dem Weg zur Meisterschaft erstmal selbstsüchtig werden musst. Denn wer kein Gefühl für sich selbst hat, kann anderen nicht wirklich dienen.

 

Auf dem Weg zur Meisterschaft wirst du mit grosser Wahrscheinlichkeit mit beiden Seiten - mit deiner selbstsüchtigen Seite und mit deiner aufopfernden Seite - konfrontiert sein. Denn das Leben bietet dir jeden Tag die Gelegenheit, in deiner Entwicklung, jemandem zu Diensten zu sein, zu wachsen. Um für dich die goldene Mitte zu finden, wirst du in manchen Situationen selbstsüchtig unterwegs sein und in anderen eine aufopfernde Haltung an den Tag legen. So wirst du, nachdem du viele Erfahrungen auf deinem Lebensweg gesammelt hast, als Meister in der Schule des Dienens stets wissen, wann du auf eine Bitte mit Nein oder mit Ja antworten sollst.

Die Erde ist unsere Lebensschule.