Du hast die Wahl

In der Psychologie geht man davon aus, dass ca. 50% unseres ganzen lebenslangen Lernens in den ersten sieben Lebensjahren stattfindet. Die restlichen 50% an Wissen lernen wir in den Jahren danach. Mit anderen Worten: mit sieben Jahren haben wir bereits eine Art Grundkonzept, an dem schwer zu rütteln ist. Das Elternhaus, die Massenmedien, die Schulen, die Traditionen und unsere Mitmenschen erzählen uns etwas, wir nehmen es als 'Wahrheit' ungefiltert an und verlieren den Blick für Alternativen. Ohne es zu wissen, denken die meisten Menschen kaum selbstbestimmte Gedanken, sondern sie spielen ihre übernommenen Glaubenssätze ab und entfremden sich dadurch von ihrer eigenen Wahrheit.


Du hast die Wahl, wie du die Welt wahrnimmst.


Wir reagieren also auf äussere Geschehnisse durch eingeprägte Verhaltensmuster und sind uns dessen oftmals gar nicht bewusst. Wir werden getriggert und das Programm läuft wie gewohnt ab. Dieses Verhalten macht uns zu Reaktionären, da wir nicht agieren, sondern reagieren. Dadurch fühlen sich viele als Opfer der Umstände. Ein unschönes Gefühl.


Doch jetzt kommt die gute Nachricht. Unsere Glaubenssätze sind zum Glück nicht in Stein gemeisselt! Verinnerlichen wir uns, dass alles, was uns gelehrt wurde, relativ ist, und wir können das Programm neu schreiben. So werden wir vom Reaktionär zum Aktionär. Wir sind dadurch nicht mehr länger Opfer der äusseren Umstände. Dadurch werden wir weniger getriggert und sind mehr in unserer Mitte verwurzelt.

 

Wie innen, so aussen.


Es gibt sieben verschiedene Grundmuster, die uns quasi zu Opfern der Umstände machen. Jedes dieser Muster stellt eine eigene Argumentationswelt dar, mit der wir uns selbst stören und auch sabotieren. Diese Muster bilden verborgene Überzeugungen über uns, über andere und über das Leben. Wir richten uns nach diesen Mustern, um Schmerz und/oder Angst zu vermeiden. Es ist die Stimme des Wächters, die uns auf sieben verschiedene Arten empfiehlt, so und nicht anders zu denken:

  1. KATASTROPHEN-Denkmuster: sich selbst Angst machen.
  2. SELBSTVERLEUGNUNGS-Denkmuster: die Lebensinteressen anderer über die eigenen stellen, es allen recht machen wollen.
  3. DRUCKMACHER-Denkmuster: sich und andere unter Druck setzen.
  4. BEWERTUNGS-Denkmuster: sich und andere bewerten. Dazu gehören Perfektionismus, Besserwisserei und notorisches Jammern.
  5. REGEL-Denkmuster: sich an rigide, willkürliche oder überholte Regeln halten.
  6. MISSTRAUENS-Denkmuster: sich selbst und anderen chronisch misstrauen.
  7. ÜBERMOTIVATIONS-Denkmuster: sich extrem euphorisch und notorisch motivieren.

Welches/Welche dieser sieben Grundmuster trifft/treffen auf dich zu? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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Kommentare: 2
  • #1

    Franziska Gygax (Freitag, 30 Oktober 2015 13:08)

    Das ist ein sehr interessanter Artikel. Ich finde es noch schwierig, wenn ich mich auf ein Grundmuster festlegen müsste, welches von diesen am ehesten auf mich zutreffen würde. Dafür kann ich zwei komplett ausschliessen - das Misstrauens- und Übermotivations-Denkmuster.

  • #2

    Nathalie (Samstag, 31 Oktober 2015 07:51)

    Danke für deinen Kommentar, Franziska. Ich sehe mich am ehesten in der Nr. 1. Und dieses Mindset hat sich verstärkt, seit ich Mutter bin. Es ist interessant, sich im Alltag zu beobachten und seinen tausenden von Gedanken zu lauschen.