Du bist das Beste, was dir je passiert ist

Heute habe ich Nicole Bailer zu Gast. Das Herzensprojekt von Nicole heisst Happy Mam. Damit unterstützt sie Mütter, sich selbst mehr Sorge zu tragen und die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen.

 

Wir entscheiden uns einen Beruf auszuüben, wir können uns auch dazu aufraffen, Sport zu machen und vielleicht klappt es auch noch, dass wir eine harmonische Beziehung auf die Reihe bekommen. Aber wenn es um das Thema Selbst-liebe/Selbstachtung geht, geht der Ofen aus.

Von anderen erwarten wir es doch auch

 

Egal ob wir in einer Beziehung leben oder im Berufsleben stehen, wir erwarten von unseren Mitmenschen, dass sie uns so lieben/annehmen, wie wir sind. Wir erwarten - bewusst oder unbewusst - bedingungslose Liebe im Außen und wehe, wir erfahren diese nicht. Dann trennen wir uns oder fahren im Büro die Krallen aus und zeigen es den anderen schon. So behandelt man MICH nicht!  Ah ja... aber hast du dir schon mal die Frage gestellt, wie Du dich selbst behandelst? Wie denkst du denn über dich, wenn du an einem Spiegel vorbei kommst? 


  • „Mist, schon wieder ein graues Haar
  • „Mein Gott hab ich einen fetten Hintern
  • „Wenn nur Botox nicht so teuer wäre“

 

Wie oft am Tag rauscht dir mindestens einer dieser Gedanken durch den Sinn:


  • „Mann, bin ich bescheuert
  • „Kein Wunder, dass du nicht befördert wirst“
  • „So werde ich nie Freundinnen finden“

 

Interessant, oder? Du denkst also nicht unbedingt im besten Licht über dich, wenn ich das so sagen darf. Würde das eine aussenstehende Person sagen, wärst du sauer und wütend. Aber wenn Du es selbst denkst, dann ist es ok? Oder wie kann ich das verstehen?


Die Sache mit dem Egoismus

 

Als Kinder wurde uns beigebracht, dass es nicht gut ist, wenn wir nach uns schauen. „Die Anderen“ sollen zuerst glücklich gemacht werden, denn wenn wir uns selbst loben oder in den Mittelpunkt stellen, sind wir egoistisch. Welches Kind will das schon sein und so haben wir diesen Glaubenssatz über Jahrzehnte verinnerlicht und noch weiter ausgebaut und verfeinert. Viele sind, wenn sie in den 30er Jahren sind, bereits wahre Aufopferungs-meisterinnen.

 

Doch meiner Meinung nach ist es nicht egoistisch, sich selbst zu lieben und zu achten – es ist egoistisch, es NICHT zu tun. Denn das, was wir uns selbst nicht geben können, suchen wir bei anderen. Wir machen uns dann gerade zu abhängig von Umständen und Menschen und diese sind dann dafür verantwortlich, wie es uns geht. DAS finde ich egoistisch!!

 

Mein Ansatz lautet: gelebte SELF-CARE

 

Lerne deine Bedürfnisse kennen und schätze sie. Bringe in Erfahrung, was du brauchst damit du dich wohl fühlst, ob es ein paar Seiten in einem Buch sind, die du liest oder ein Spaziergang im Wald, vielleicht auch eine Massage oder einfach nur 20 Minuten Yoga. Frage dich ganz ehrlich, was dir in deinem Leben fehlt und werte bitte nicht. Es ist nichts schlecht oder falsch – es IST einfach. Und dann frage dich, was hindert dich daran? Und bitte komm mir nicht mit Antworten wie kein Geld, keine Zeit, keinen Platz usw.

 

Wenn du dir über alle diese Sachen klar geworden bist ( bitte gib dir 1-2 Tage Zeit) und du dir über deine Bedürfnisse im Klaren bist, dann kommuniziere sie nach außen. Gib deinem persönlichen Umfeld die Möglichkeit, auf deine Bedürfnisse und deine Veränderungen zu reagieren. So neu wie sie für dich sind, so neu sind sie natürlich auch für die Menschen um dich herum. Gib ihnen die Chance zu verstehen, was gerade in Dir geschieht und warum du plötzlich auf dich achtest. Komm dir nicht komisch oder blöd vor, sondern stehe zu Dir und deinen Gefühlen und sprich darüber. Sage ganz klar: „Ich brauche heute 30 Minuten Zeit für mich alleine“ oder „ich will jetzt für 10 Minuten alleine im Badezimmer sein“ - Punkt!

Du verlangst nichts unmenschliches oder utopisches – es geht um Dein Leben, deine Wünsche, um dein Wohlergehen.

Für den Fall der Fälle

 

Es kann sein, dass dein Umfeld/deine Familie mit mangelnder Begeisterung reagiert und darin keinen Sinn erkennt. Das ist verständlich, denn du hast dies ja die letzten Jahre oder Jahrzehnte nicht „gebraucht“ oder praktiziert. Aber ab sofort kümmerst Du dich um dich. Du kannst deiner Familie gerne erklären, dass auch sie davon profitieren, wenn es dir gut geht. Welchen Nachteil sollte es für sie haben, wenn du gut gelaunt, entspannt und gelassen bist? Du bist kein Roboter, der nach irgendwelchen Normen zu funktionieren hat, sondern du bist ein wundervoller und einzigartiger Mensch, der ein Recht auf ein selbstbestimmtes und glückliches Leben hat.

 

Übungen für den Alltag

 

  • Wann immer du daran denkst, sage dir in Gedanken oder auch laut folgenden Satz: „Ich nehme mich selbst ganz und gar an, so wie ich bin.“

 

  • Mache dir den Spiegel zum Freund. Wenn du daran vorbei kommst, sage dir ein liebevolles „Hey, du siehst gut aus“ oder „Ich hab dich lieb“.

 

  • Lege dir ein schönes Notizbuch zu und schreibe täglich oder so oft es geht auf, wofür du dankbar bist! Das wirkt Wunder und zeigt dir, wie viel positives und schönes du erlebst.

 

Versuche nicht, dich zu verändern, zu verbiegen oder die Erwartungen anderer zu erfüllen. Komm ganz bei dir selbst an und sage JA zu dir! Du bist wundervoll und genau richtig, so wie Du bist. Vergiss nicht, du bist das Beste, was Dir je passiert ist – wenn du das erkennst, wird dein Licht hell erstrahlen und alle in deiner Nähe mit Dir.

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Kommentare: 5
  • #1

    Carolin Otzelberger (Mittwoch, 01 Juli 2015 15:24)

    Hey Nicole und Nathalie,
    danke für den tollen Beitrag! Voll schön, dass wir alle uns immer mehr trauen, wir selbst zu sein.
    Wisst ihr, was mich total entspannt hat? Die Erkenntnis, dass ich anders bin. Und zwar grundlegend. Genau wie du auch. Und du auch. Weil niemand so ist wie du, niemand so denkt, niemand die gleichen Wünsche Sehnsüchte, Bedürfnisse hat. Es gibt keinen einzigen Menschen auf der Welt, der so ist wie du. Also hast du von vorneherein die Berechtigung, anders zu sein als alle anderen. Cool, oder? ;-)
    Liebe Grüße & keep loving yourself!
    Carolin

  • #2

    Nathalie (Mittwoch, 01 Juli 2015 15:55)

    Liebe Carolin, danke für deinen Kommentar. Es ist ein befreiendes und friedvolles Gefühl, immer mehr sich selbst zu sein.

  • #3

    Laura (Mittwoch, 01 Juli 2015 17:10)

    Ihr lieben tollen Frauen! Das ist ein genialer Beitrag. DANKE! Gerade sitze ich im Freibad. So viele Mütter mit Kindern, so wunderschöne weiche und gebende Körper.... ob es ihnen bewusst ist? Ist es mir bewusst. Ja, ich sage ja zu mir, meinem Körper, zu jeder Delle und jedem Schwangerschaftsstreifen... mein Körper erzählt Geschichten und ich höre ihm zu. Schön, wenn sich immer mehr Frauen trauen sich vollkommen anzunehmen. Von innen nach aussen!
    Herzlichst
    Laura

  • #4

    Nathalie (Mittwoch, 01 Juli 2015 17:44)

    Liebe Laura. Geniesse den heissen Tag in der Badi und geniesse dein Frau sein!

  • #5

    Nicole Bailer (Mittwoch, 01 Juli 2015 20:47)

    Liebe Carolin, liebe Laura,

    ich danke euch von Herzen für eure Kommentare. Du hast es wundervoll formuliert Carolin und leider wird uns das bereits in der Schule aberzogen - einmalig zu sein. Deshalb ist es gerade soooo wichtig seine Einzigartigkeit zu leben und zu feiern. Danke das du mit dabei bist.

    Ja liebe Laura, ich bezweifle das die meisten Frauen sich dessen bewusst sind und sich schätzen. Im Zeitalter von Botox und Schönheitschirurgie schon für Jugendliche fällt es zunehmend schwerer sich anzunehmen .... Ich bin froh, so wundervolle Frauen wie Du eine bist an meiner Seite zu haben!!!

    Alles liebe, eure Nicole